#121 Trendsport Salzball

18. November 2017


Freitag, 17. November 2017

Wer zum Geier sind die Salty Ballz? Dieser Abend soll Uneingeweihten Antwort geben. Die Frage indes stellt sich nur denjenigen, die den dritten Teil des Metal-Malbuchs aus dem Verlag Andreas Reiffer mindestens durchgeblättert haben, denn in dessen Mitte findet sich das Cover zum Album „Ballz Don‘t Touch“ dieser Band, zu der es keinerlei Informationen im Internet gibt. Scharfe Augen erkennen in der rechten unteren Bildecke des Covers einen deutlichen Hinweis und ich den Träger dieses Hinweises sowie den Verleger am Eingang des Café Riptide.

Es ist halb acht, bei Stefan stehe noch Bücherkisten vor Comiculture, bei Helmut in der Strohpinte ist gut etwas los, aus der Einraumgalerie dringt Garage Rock, die Rip-Lounge ist gemütlich illuminiert, im Achteck vor dem Riptide stehen Pott und Andreas, beide in Salty-Ballz-Hoodies. Sie wollen mir erklären, wie es möglich ist, sämtliche Spuren dieser Band im Internet zu löschen, doch ich lehne dankend ab. Die beiden präsentieren heute „Wer malen will, muss voll aufdrehen“, das dritte Malbuch mit Metal- und Rock-Album-Covern, das Pott alias Patrick Schmitz mit Ideengeber Renatus Töpke bei Andreas Reiffer veröffentlichte. Pott hat für die Beschallung des Ereignisses eine Playlist erstellt, die viele Undergroundbands beinhaltet, und er nennt exemplarisch die Thulsa Doom aus Norwegen, die er auch für ihre Songtitel feiert, und das Label Bad Omen Records.

Auch das Riptide selbst ist anheimelnd ausgeleuchtet: Im Cafébereich sind die weißen, von Chrisse Kunst bemalten Lampen und der Spot auf den Mirrorball die einzigen Lichtquellen, den Schallplattenbereich räumt Chris gerade für die Show frei und lässt dort auch nur eine Lampe in der Ecke mit dem DJ- und Bücherpult eingeschaltet. Schepper lehnt an den abgedeckten LP-Boxen und trinkt Tee, ich habe etwas für ihn dabei, meine alte Lederjacke nämlich. Alex, die nachher die Kasse macht, auch: eine Tüte mit Perücken, Tattooärmeln und aufblasbaren Luftgitarren. Schepper fischt sich den Tattooärmel heraus, an dem Rest sollen andere noch Freude haben.

Nachdem Chris seine Arbeit abgeschlossen hat und sich wieder der Theke widmet, schichten Andreas und Pott Buch um Buch mit dem Schwertpunkt Metal aus dem Verlagsprogramm auf das Pult, und natürlich auch die drei bisherigen Malbücher. Axel, der bereits in Andreas‘ Verlag veröffentlichte, kommt dazu, begrüßt mich und dann Schepper mit Umarmung und undefinierbaren Verbaläußerungen und dann Andreas und Pott mit dezentem Handschlag und freundlichem „Guten Abend“. Wir wundern uns über diesen Unterschied. „Bei denen bin ich förmlicher“, erklärt Axel. „Hab ‘ne Geschäftsbeziehung.“

Heute ist die Fritz-Kola das Getränk meiner Wahl. Auf der Theke erinnert ein Schild an „free fallin“ Tom Petty, der am 2. Oktober starb. Für mich wäre Chuck Mosley auch so ein Schild wert gewesen, der Sänger der ersten beiden Alben von Faith No More. Pott drückt Schepper einen Stapel soeben ausgeschnittener Salty-Ballz-Sticker in die Hand. „Soll ich die auch draußen verteilen?“, fragt Schepper. Pott winkt ab und ihn davon: „Hauptsache, du bringst sie unter die Leute.“ Schepper nickt: „Dann lege ich sie unter die Leute.“

Zwischen die Bücher stapelt Andreas kleine Pizzaboxen, die alle drei Metal-Malbücher sowie einen Satz Buntstifte enthalten. Nur 99 Stück gibt es davon. Bunte, ein Neonfarben gehaltene Becher reiht er daneben auf und bestückt sie mit Buntstiften. Pott zerschneidet weitere Sticker-Paletten. „Oh nein“, ruft er, „jetzt hab ich in einen Aufkleber geschnitten.“ Schepper blickt auf einen der intakten und sagt: „Jetzt heißt es ‚alty Ball‘.“ Mit einem Edding schreibt Pott ein Plakat für den ausgelobten Luftgitarrenwettbewerb. Er stockt und fragt: „Wie schreibt man Gitarre, mit Doppel-R oder Doppel-T?“ Doppel-A, schlage ich vor, doch Andreas sagt: „B, A, Doppel-S.“ Schade, dass Schepper das grad nicht gehört hat.

Also, gemeinsames Ausmalen der Malvorlagen aus dem Buch, Luftgitarrenwettbewerb, was ist noch geplant? Bei der Ankündigung einer Release-Veranstaltung zu einem Malbuch erinnerte ich mich an die Lemmy-und-die-Schmöker-Show im Antiquariat Buch und Kunst, bei der das Cartoonistenduo Rattelschneck geladen war, Cartoons an die Wand projizierte und die Sprechblasen vormurmelte. Ein grandioser Abend. So soll es heute nicht werden, aber der Bassist der Salty Ballz gibt noch Autogramme, sagt Pott, und erklärt, dass das konsequent sei, stünde doch im Klappentext des dritten Malbuchs, dass der gestorben sei. Alex an der Kasse nimmt immer wieder Luftgitarren in Empfang und legt sie zu den anderen auf den LP-Boxen mit der Second-Hand-Ware. „Wie, Luftgitarre?“, fragt Stef irritiert, die mit Benedikt eben den Eintritt löste. „Das wusste ich alles gar nicht.“ Sie kündigte auf Kult-Tour Der Stadtblog die Veranstaltung gestern noch ohne diese Kenntnisse an. „Ich dachte, es wäre eine Malveranstaltung mit Musik.“ Pott am DJ-Laptop nickt: „Ist es ja auch.“

Stef stellt uns Benedikt vor. „Besucht ihn im Schlosscarree“, sagt sie. Dort hat er nämlich die Ausstellung „Zinkenpark Holz bewegt“. Benedikt bestätigt: „Ich bin morgen ab 10 Uhr da, und immer samstags, bis zum 1. Dezember.“ Stef zeigt Fotos und erklärt einiges zu der Schau, über Murmelbahnen, vor Ort gebauten und verkauften Kugelschreibern, eine Wippe, die auch Erwachsene nutzen können, eine Sitzbank aus einem Türblatt, Kinderfahrzeuge aus altem Werkzeug, einem Karussell. „Das ist gegenüber der Galerie auf Zeit“, sagt Stef, „schon ganz geil.“ Benedikt ist dabei gar kein Zimmermann: „Ich bin Facharbeiter für Holzverarbeitung.“

Die nächsten Gäste am Büchertisch sind Frank, Till und Helge. „Na, ihr Pfeifen?“, begrüßt Frank Schepper und Axel. Till macht den Leisefuchs und Helge interessiert sich für die ausgelegten Bücher. Ihm fällt das „Braunschweig-Malbuch“ von Roberta Bergmann ins Auge, das aber mit den Metal-Malbüchern nur gemein hat, dass es in Andreas‘ Verlag erschien. Andreas erklärt, dass das Besondere daran ist, dass man Braunschweiger Sehenswürdigkeiten nicht einfach auszumalen hat, sondern zu ergänzen, zum Beispiel die fehlenden Bilder im Herzog-Anton-Ulrich-Museum oder den Fußball von Konrad Koch. „Weitermalen, nicht nur ausmalen“, sagt Andreas.

Frank, der mit Till und Axel das Heavy-Metal-Lesetrio „Read ‘em All“ bildet, war vor 30 Jahren Mitglied der Band Salem‘s Law, deren Cover zu „Tale Of Goblins‘ Breed“ im dritten Malbuch enthalten ist. Jetzt drängt Frank nämlich mit seinen Ex-Bandmitgliedern Stefan und Volker zum DJ-Pult vor und beschwert sich grinsend bei Pott: „Du hast mir vier Belegexemplare geschickt, aber wir sind fünf in der Band!“ Aus dem vorbereiteten Ausmalstapel vor mir reiche ich Stefan das Cover von Salem‘s Law. Das war ein Volltreffer, ein versehentlicher: „Das habe ich gemacht“, sagt der Gitarrist. Und zwar nur das. Er war ansonsten gar nicht gestalterisch aktiv, nicht vorher, nicht danach. „Wir brauchten damals ein Cover, da hab ich einfach angefangen“, erzählt Stefan. „Wir hatten Kunst in der Schule“, sagt er schulterzuckend. „Ich war gut im Plagiieren.“ Auch das Cover von „Tale Of Goblins‘ Breed“ sei teilweise plagiiert, aber die Quelle gibt er nicht offiziell preis. „Das Bild ist getuscht, mit Tusche“, erzählt er weiter. „Eigentlich wollte ich das mit Airbrush machen, aber ich hatte die Zeit nicht, mich mit Airbrush zu beschäftigen.“ Er sinniert: „Heute würde man das in Photoshop machen.“ Meine Ausmalvorlage des Covers reicht er an Andreas zurück: „Ich leg‘s wieder hin, ich hab‘s ja schon mal ausgemalt.“ Sogar in Textil: „Wir haben T-Shirts mit dem Cover gedruckt, in Schwarzweiß, davon hab ich zehn Stück ausgemalt, mit Klamottentusche, erst nur für mich, dann kamen Leute, ‚oh, ich will auch so eins‘.“

Jetzt beginnt der offizielle Teil, Andreas und Pott ergreifen das Mikrofon. Der Ideengeber Renatus sei erkrankt, berichtet Andreas, lasse aber grüßen: „Ich glaub, es ist die Männergrippe.“ Er berichtet, dass Renatus mit dieser Idee und einer Liste von einverstandenen Metalbands an ihn herangetreten sei: „Ich hab noch nie so kurz überlegt, ob ich etwas mache.“ Nicht nur Metal sei im ersten Buch enthalten, auch Rock, zum Beispiel Die Ärzte, mit dem vergleichsweise schlichten Cover zu „Die Bestie in Menschengestalt“, aber auch Komplexes wie Flotsam And Jetsam. „Doomsday For The Deceiver“, grunzt Helge neben mir und nickt anerkennend. Frank wirft ein: „Da kann man schon Metal zu sagen.“

Illustrator Pott erläutert den Produktionsprozess: „Das Spannende ist, man muss nix neu kreieren, sondern nur Metal-Cover zum Ausmalen machen, das geht flott, da hatt ich ein bisschen Bock drauf.“ So richtig flott gingen nicht alle von der Hand, Andreas hält exemplarisch die LP „Terminal Earth“ von Scanner hoch, mit einigem Nebel auf dem Cover. Da sei es schwierig gewesen, den Nebel in Outlines darzustellen, so Pott: „Da muss man seinen eigenen Stil einfließen lassen.“ Das Schönste sei für ihn „A Twist In The Myth“ von Blind Guardian gewesen: „Da denkt man, das ist einfach, aber der Drache, mit Outlines – wo hängt der Fuß?“, Pott grinst: „Da muss man aufpassen, dass es nicht wie ein Klumpen aussieht.“

Renatus habe Andreas „im Fieberwahn“ gefragt, ob ein vierter Teil auch noch drin sei, und „To Hell With The Devil“ von Stryper vorgeschlagen. Pott nimmt den Vorschlag auf: „Der vierte Band soll true bleiben, das wird ein christliches Metal-Malbuch, mit christlichem Doom-Metal.“ Andreas kehrt zu Details zum neuen dritten Buch zurück, er nennt Salem‘s Law. Das Publikum bleibt still, er wundert sich: „Ich will was hören!“ Endlich brechen die anwesenden Bandmitglieder und deren Fans in Jubel aus. Doch beinhalte das Buch eine Band, die „noch legendärer“ sei: Salty Ballz. „Der Sänger hat das Vorwort geschrieben“, verkündet Andreas.

Jetzt schwenkt Andreas ins Programm des Abends über: „Eine Lesung ist schlecht möglich“, stellt er fest. „Obwohl heute internationaler Vorlesetag ist, aber wir haben andere Sachen mit euch vor.“ Da wäre der Malwettbewerb, für den er die Buntstifte und Malvorlagen an den Tischen verteilt. „Ihr könnte auch was dazumalen“, regt er an. Vorn steht eine Box bereit, die die mit Namen versehenen Beiträge aufnimmt. Preise gibt es auch, so Pott: „Salty Ballz haben uns Merch zur Verfügung gestellt.“ Eine Jury soll auch noch gebildet werden, zwei Freiwillige sind dafür erforderlich, es melden sich Helge und Ulrike. „Und wir haben einen Überraschungsgast“, sagt Andreas: „Ein prominenter Musiker, der signieren wird.“ Pott ergänzt den Luftgitarrenwettbewerb, für den es Preise und bei Bedarf Verkleidungen gibt, aber eine aus Zeitgründen limitierte Teilnehmerzahl. „Imitiert?“, versteht Helge neben mir. Pott nickt und ergänzt „ein kleines Wortspiel: Wer zuerst kommt, ha-ha, malt zuerst“. Das Publikum quittiert das mit einem einmündigen „Höy!“

Die Musik metalt, das Publikum malt, Karsten und Axel unterhalten sich biertrinkend an der Theke. Vielschreiber Axel hat seit einem Jahr nichts veröffentlicht, und Karsten berichtet, dass er von Axels Plänen zwar weiß, die aber geheim seien. „Die sollen erstmal die alten Bücher leerkaufen“, sagt Axel lachend. Auch Karsten hat Projekte am Start, erst heute erhielt er von einem renommierten Verlag die Anfrage, ob er zu einer Sammlung einige Cartoons beisteuern wolle. Im Frühjahr gebe er dazu Genaueres preis: „Das ist auch noch geheim.“

Jetzt ist es so weit, Der Bassist der Salty Ballz tritt an das Pult. Wilde schwarze Mähne, Lederjacke, Shirt der eigenen Band, knallenge Jeans, Cowboystiefel, Sonnenbrille: Aaron Jeffreys, der sich als AC vorstellt. „Ich spreche ein bisschen Deutsch“, radebricht er amerikanisch, „das ist einfacher für euch.“ Er blickt sich im Riptide um: „Ihr wisst gar nicht, was ihr für ein Juwel hier habt“, sagt er. „Braunschweig ist besser als LA, vor allem seit den Nineties.“ Er nimmt Bezug auf die Geschichte, er sei mit einer geleasten Corvette verunfallt: „Das stimmt nicht, die war gestohlen.“ Er setzt nach: „Von mir.“ Vince Neil sei die gefahren. „Ich saß auf der Rückbank und hatte Besseres zu tun als zu fahren.“ Außerdem lobt AC die Idee der Metal-Malbücher: „Mandala ausmalen sucks.“ Ich lasse mir natürlich sofort auf mein Salty-Ballz-Cover ein Autogramm geben. So riesig ist der Ansturm gar nicht, denn die meisten Anwesenden haben Schepper sofort erkannt, was bei der Verkleidung echt eine Leistung ist.

Das Cover des Graveyard-Albums hat Katzleen gestaltet und steckt es in die Box. „Weil‘s mir einfach gefällt“, erläutert sie ihre Motivwahl. „Ich habe vollkommen nach Optik entschieden.“ Sie arbeitet beim Stadtmagazin Subway, das diesen Monat seinen 30. Geburtstag feiert. „Ich habe ich meinen Freund mitgeschleppt, der zwar nicht malt, aber Metal mag“, erzählt sie. „Es ist total verrückt, mal nicht zu Hause zu malen, sondern hier mit vielen Leuten.“ Das Malen ist ihr also vertraut. „Zu Hause aber nicht Ausmalbücher“, bestätigt sie, „und nur zur Entspannung.“

Eben noch poste Volker mit Frank – in orangefarbener Perücke – und AC zu einschlägigen Metal-Hits aus Potts Playlist, jetzt erzählt er Schepper und mir einige Details zur Geschichte von Salem‘s Law. „Wir sind hier heute nur zu dritt, weil Kui kein Whatsapp hat“, stellt er feixend voran. Zum Schluss bestand die Band aus nur vier Leuten, ansonsten immer aus fünf: „Zur Album-Veröffentlichung waren wir fünf.“ Der Sänger war Backi: „Den haben wir irgendwann ausgetauscht gegen Harro, das hat aber auch nix gebracht.“ Als sie nur zu viert waren, übernahm Kui den Gesang: „Aber Kui hat ja kein Whatsapp.“

Die Original-Salem‘s-Law mit Backi als Sänger treffen sich auch heute noch. „Cool“, findet Schepper. „Und weißte, warum?“ fragt Volker. „Weil‘s irgendwann Emails gab.“ Einer hatte noch Kontakt zu einem zweiten und trommelte übers Internet die ganze Band zusammen. Zuerst checkten alle ab, ob man sich noch mag: „Und aus einem ‚Mann, seid ihr fett geworden‘ ist ein Stammtisch geworden.“ Schepper erzählt, dass er das von seiner ersten Band auch so kennt. Als „Die drei B“ bezeichnet er das erste Wiedersehen nach Jahren: „Bärte, Brillen, Bäuche.“ Er erzählt, dass irgendwann einer zu einem Treffen mit einer halben Kiste alkoholfreien Bieres ankam und alle sich freuten: „Früher hätten wir den verhauen.“

Das zweite Album von Salem‘s Law gibt es ausschließlich als Bonus zu „Generation Rock“, einem Buch von Frank Schäfer. „Da waren wir zu viert“, erzählt Volker weiter. Zwischen den Alben nahm die Band mit Harro ein Demo auf, nur etwa drei Songs. „Damals wart ihr auch im Fernsehapparat“, erinnert sich Schepper. Volker bestätigt, bei Tele 5, im Rahmen der Sendung „Hard And Heavy“, die ein Pendant zu „Headbanger‘s Ball“ auf MTV gewesen sei. Dort gab es Konzertausschnitte und ein Interview mit Salem‘s Law zu sehen, „das war mit Backi“.

Was ich nicht wusste, ist, dass es vor fünf Jahren auf einem polnischen Label ein Rerelase des vergriffenen und teuer gehandelten „Tale Of Goblins‘ Breed“ gab, mit fünf Livetracks als Bonus. „Die Originaltapes aus dem Studio gab‘s leider nicht mehr“, bedauert Volker. Damals habe die Band lediglich einen Demo-Mix zur Vorlage beim Label angefertigt, aber: „Das Label hat gesagt, ist geil genug“, so Volker. Und er stimmt der Aussage zu, nach entsprechendem Feedback von anderen Labelbetreibern: „Das war genau richtig, das hat das Rohe, Rauhe, ist nicht so glatt wie mit Seide überzogen.“ Für das Remaster hatte Volker „glücklicherweise“ noch ein DAT-Band von den Aufnahmen.

Die Künstler sollen jetzt gekürt werden, Ulrike, Helge, Andreas und Pott sind sich einig. „Die Kürung fiel uns schwer“, sagt Ulrike und schwärmt: „Es war uns eine Wonne, euch zuzusehen.“ Sie spricht von „harten Kämpfen“ in der Jury, „Pott sagt Streit, ich sage harte Kämpfe“. Die Auswahl sei nach Motiv erfolgt, sagt sie, und Pott quittiert dies mit einem knappen „nein“. Harte Kämpfe, in der Tat! Zwei dritte Plätze lobt die Jury aus, für Ben und für Kassiererin Alex, dafür keinen zweiten und weitere zwei erste, wiederum für jemanden namens Alex und für Katzleen. Der oder die zweite Alex lässt sich indes zur Preisübergabe nicht blicken. „Wo ist Alex?“, fragt Pott. „Hier gewinnen und dann nicht abholen, das haben wir gerne.“ Er grinst: „Es war vorher abgemacht, wer gewinnt und nicht abholt, zahlt die Zeche für uns.“

Zu den Preisen gehören Malbücher und Salty-Ballz-Jutebeutel, die Pott und Andreas auch beim abschließenden Luftgitarrenwettbewerb vergeben. „Tü-ten, Tü-ten“, skandiert das aufgebrachte Publikum unablässig, während wiederum Ulrike und Alex ihre Luftgitarren zu Wolfmother und Iron Maiden schwingen. „Zwei Leute ist ein Contest“, meinte Andreas im Vorfeld zuversichtlich, weil einige Nominierte ihre Namen von der Liste strichen. Die Stimmung kippt ins Ausgelassene. Pott startet Maiden. „Lauter“, brüllt das Publikum, und als Pott lauter dreht, „schneller!“ Pott revanchiert sich, indem er den Unmut der Gäste damit erregt, dass er despektierlich von „Iron Dings“ spricht. Tumult, Aufruhr und Empörung! Also ein Fest.

Es ist nach Mitternacht, ich begleite AC in den Backstagebereich, der sich ganz Rock‘n‘Roll-like im Eingang schräg gegenüber in der früheren Toilette des Riptide befindet. Die anderen Jungs sind neidisch auf mich. Die Mädels nicht so. Wir werden alle nicht jünger. Hauptsache, die zuckerfreie Cola knallt noch ordentlich rein. Metal!

Matze van Bauseneick
www.krautnick.de

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halten am Altstadtmarkt

Öffnungszeiten ab dem 1.April 2017:
MO: Ruhetag
DI + MI: 12.00 bis 23.00 Uhr
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