#223 Hardcore-Andersen

Dienstag, 21. April 2026

Himmel, was für ein Himmel! Himmelblau, himmlisch! Schon gut, aber nach dem verregneten Sonntag und Montag wird man ja noch kurz jubilieren dürfen, wenn’s denn mal wieder Sonne und Wolkenlosigkeit hat. Wenn auch Kälte, T-Shirt-Temperaturen sind das noch lange nicht, und trotzdem ist der Außenbereich vom Café Riptide komplett belegt. Gehe ich halt rein, drinnen ist es ja auch schön, und Dennis nimmt mich warm in Empfang, unter anderem damit, dass er davon schwärmt, dass er dankbar dafür ist, diesen Job im Riptide zu haben, und sich daher freut, gern zur Arbeit zu gehen. Einen Milchkaffee bestelle ich bei ihm, es ist mittags, ich habe meinen letzten Urlaubstag und bin neugierig auf die Neuigkeiten, die ich von Chris in Erfahrung zu bringen hoffe, doch der ist eben raus, Geschäftswege einschlagen. Da die Draußenplätze allesamt belegt sind, nehme ich einen Drinnenplatz am sonnendurchfluteten Fenster in Augenschein und vorher noch in ebenjenen die Kiste mit den im Internet gern so genannten Leftovers vom Record Store Day, also den exklusiven Vinyl-Preziosen, die am Samstag, dem weltweiten RSD, noch keinen Abnehmer fanden.

Meinen RSD verbrachte ich in Odense, Kurztrip über das verlängerte Wochenende. Fast 200.000 Einwohner, aber lediglich zwei Plattenläden, das ist schon kurios. Okay, Braunschweig ist größer und hat auch nur zwei, aber Odense gehört zu den fünf größten Städten Dänemarks, vergleichbare Superlative kann Braunschweig nicht für sich reklamieren. Århus hat nochmal 100.00 Einwohner mehr, und als es 2017 Kulturhauptstadt Europas war und ich dort herumstromerte, kehrte ich in einem halben Dutzend Plattenläden ein und erwischte nicht mal alle. Aber gut, zwischendurch gab es Corona, und mein AirBnb-Gastgeber Ole wusste über die Plattenladensituation in Odense zu berichten, über Schließungen und Neugründungen. Auch in den beiden Plattenläden der Odinstadt – Recordpusher und Moby Disc – fand ich unter den aktuellen RSD-Exklusivitäten nichts, dafür in den Halber-Preis-Boxen vergangener Aktionstage. Und ich fand eine LP eines der beiden wichtigsten in Odense Geborenen, nämlich „Danmarks sidste viking“ von Ove Sprogøe, skide godt! Der andere Wichtige brachte keine LPs heraus; wer Gegenteiliges behauptet, erzählt Märchen. Das ist nämlich Hans Christian Andersen. Ja, okay, es gibt Märchenplatten von ihm, aber nicht persönlich.

Mit Gastgeber Ole verbrachte ich morgens mehrere Stunden beim Frühstück und er erzählte mir allerlei Geschichten aus seinem Leben, aus Odense speziell und aus Dänemark allgemein. Das würde jetzt Rahmen sprengen, aber passend finde ich die Geschichte, dass er 1981 im Radio – er bekam den Norddeutschen Rundfunk rein – von einer Gruppe namens Depeche Mode hörte, und als er im Plattenladen – damals noch in Fredericia – danach fragte, kannte sie niemand, man versprach ihm aber, die LP „Speak & Spell“ zu bestellen. Man bestellte gleich zehn, und die, die er dann aus diesem Stapel erwarb, war die erste LP von Depeche Mode, die jemals in Dänemark verkauft wurde. Erzählte er, nicht H.C. Andersen.

Außerdem empfahl mir Ole, mal nach IPA-Lokalen zu googeln, derer gäbe es in Odense einige. Im Christian Firtal in der Vintapperstræde, einer autofreien Gastronomiestraße mit Lampions in Überkopföhe mitten in der Innenstadt, empfahl mit der Zapfende unter anderem das Limfjords Porter vom Thisted Bryghus, dessen Produkte ich sowieso bereits für mich entdeckt hatte, und das ist ein teerschwarzes Bier, das wie guter Whisky nach Rauch schmeckt. Unfassbar lecker, und nach seiner Auskunft so selten vom Fass zu bekommen, dass eigens Leute aus Kopenhagen dafür anreisten. Auch er hatte Zeit zum Erzählen, denn als ich ihn nach lokalen Bieren fragte, entgegnete er abwinkend, Dänemark sei so klein, dass quasi alles lokal sei. Sagte er, nicht H.C. Andersen. Ole wiederum widersprach dieser Aussage lachend, als ich sie ihm anderntags zutrug, und erzählte mir von den dänischen Dialekten und dass man etwa Ove Sprogøes ersten Filmen noch angehört habe, dass er aus Odense kam, und dass seine Kopenhagener Freunde es immer „niedlich“ fänden, wenn er, selbst gebürtiger Hauptstädter,sie besuchte und seinen angeeigneten Dialekt der Insel Fyn anwandte.

Chris kehrt von seinem Geschäftsgang zurück und nimmt sich die Zeit, sich mit mir auszutauschen, schlägt aber vor, dies draußen vorzunehmen, in der Sonne, und also packe ich meine Sachen und schließe mich ihm an. Und tatsächlich, wir finden noch einen freien Tisch für uns. Die Dänemark-Märchen bringen ihn auf die Band Lack aus Dänemark, deren zweites Album „Be There Pulse“ 2005 in der Vinyl-Version exklusiv auf Riptide Recordings erschien. „Eine megageile Band“, schwärt er sofort los, „die haben angefangen, da haben sie richtig hektischen Schrei-Hardcore gemacht, das war auch gut.“ Schon wieder H.C. aus Dänemark! Ein Tape geriet danach in Chris’ Finger, darauf zu hören war „eine zurrende Groovemaschine, wie Shellac oder Fugazi“, und er erzählt, dass jemand damals schrieb, die Musik klänge wie von Steve Albini produziert. Das war dann die Platte, die bei Riptide Recordings erschien, und die ging so durch die Decke, dass das dritte Album bei einem größeren Label herauskam, dessen Erwartungen indes nicht erfüllte und die Band zerbrechen ließ. Aktuell temporär: „Die haben jetzt ihr Comeback“, sagt Chris. Damals hatte er Lack im Nexus spielen lassen, mit zwei Schlagzeugen, berichtet er, und seine Augen leuchten.

Wie bei so vielen Themen, etwa vom Schön & Frölich, der neuen Konzertlocation, die einst die Konservenfabrik Schönau & Frölich beherbergte und zwischendurch für einige Jahrzehnte die Großraumdiscothek Jolly Joker. Als Paul Kunze, Marco Bittner und Tim Lemke die Location vor zehn Tagen eröffneten, setzten Andrea und ich uns – nach einem Abendessen im Das Kaffeehaus und der Stippvisite bei Govindas Eis am Gleis – gegenüber auf die Treppe und hatten mit den Anreisenden eine schöne Zeit; der Gang in die Location steht für uns noch aus. Nicht für Chris, der war bereits dreimal dort und strahlt: „Ich find’s richtig toll, das Jolly Joker war mein Zuhause, was sie draus gemacht haben, ist wunderschön.“ Er erzählt von entfernten Theken und Wänden, davon, dass die Bühne jetzt dort errichtet wurde, wo sich zuvor das DJ-Pult befand, also genau gegenüber der früheren Bühne, davon, wie luftig jetzt alles wirkt und dass man vom Oberrang aus einen guten Blick auf die Bühne habe, was selten zu finden sei, „wie in Hamburg das Knust“.

Dort war ich auch mal, da hab ich NoMeansNo gesehen. Nicht nur dort, auch in Roskilde und in Salzgitter. „Da hab ich sie veranstaltet“, lässt Chris fallen. Dann war ich also bereits bei einer seiner Veranstaltungen, bevor ich ihn überhaupt kannte. Im Forellenhof richtete Chris mit Freunden einige Konzerte aus, auch mit größeren Acts wie Sick Of It All, Boysetsfire oder Cursive, letzteres in Zusammenarbeit mit der Betty Ford Clinic, wie der kleine Punkplattenladen im Östlichen Ringgebiet sich nach entsprechenden Hinweisen eines ähnlich benannten Unternehmensnicht mehr nennen durfte, sondern BFC Vinyl Wonderland, und mit den BFC-Jungs war Chris ohnehin freundschaftlich und professionell eng verbunden und erzählt noch heller strahlend Geschichten aus der gemeinsamen Zeit. Damals verkaufte er noch mobil seine Platten aus Transportboxen heraus, und so lernte ich ihn damals auch kennen, ich hatte nämlich per Mail mit ihm Kontakt aufgenommen und war dann im Nexus bei einem Konzert von Tiger Lou, wo ich eben jemanden mit Plattenkisten und seinen Stickern darauf sah und ansprach. Chris erzählt, dass das Riptide als Ort das Ergebnis des Wunsches war, die Verhältnisse umzukehren, nämlich nicht mehr mit den Transportboxen voller Platten überall hinzureisen, sondern die Kundschaft zu den Platten kommen lassen zu wollen.

Vor über 18 Jahren erfüllte sich dieser Wunsch, und heute steht er mit dem Team vor der unlösbaren Aufgabe, aufgrund der Tatsache, mit jedem Geldeingang erstmal die seit der Coronazeit angehäufte Schulden abbezahlen zu müssen, kein Geld für dringend erforderliche Investitionen ausgeben zu können. Deshalb richtete er kürzlich eine Gofundme-Aktion ein mit der Bitte um finanzielle Unterstützung, der ich zusätzlich zu meinen Besuchen hier bereits nachkam. Chris seufzt: „Wir haben Pläne im Kopf und auch bereits angefangen, aber gemerkt, wir kommen nicht weiter.“ Neue Öffnungszeiten setzte das Riptide bereits um, also wochentäglich ab 11 Uhr, dafür sonntags nicht mehr, erwarb „eine kleine neue Kaffeemaschine“, weil die alte kaputt gegangen war, druckte Karten jetzt wieder aus, „die aus dem alten Laden“, von damals, aus dem Handelsweg also. Aber: „Tische streichen, Stühle neu bepolstern, das schaffen wir wirtschaftlich gar nicht“, stöhnt er. Maßnahmen und Ideen, um das trotzdem stemmen zu können, gibt es neben der Crowdfunding-Aktion noch einige, etwa das Catering auszuweiten, über Currywurst und Burger hinaus, damit es besser zu Hochzeiten passt, die etwa in der Magnikirche stattfänden oder auch im Standesamt, das auch nicht so weit entfernt sei. Auch Bowls gebe es deshalb jetzt auf der Karte.

Dafür den von mir geliebten Falafel-Burger nicht mehr, wie ich kürzlich im Rahmen des MokkaBär-Stammtischs feststellen musste; der fiel, wie man so sagt, dem Rotstift zum Opfer. Doch zu bestellen gibt es weiterhin einen Burger und eine Portion Falafel. Ich fragte daher Safidy, als er kurz aus der Küche heraustrat, ob ich nicht einfach beides bestellen könnte und er baute die Falafel in den Burger ein. Sein Blick changierte zwischen genervt und belustigt und war mirAntwort genug. Der neue Burger, dessen Pattiemir Chris ja bereits zuvor zum Probieren gegeben hatte, ist aber eine gute Alternative, fanden Uwe und ich. Kurzer Schwenk in dem Zusammenhang: Einmal sprachen Stoni und Stefan über diese eine kanadische Progband, deren Name ihnen entfallen war. Mein Tipp Rush war genau der Treffer. Ich erwähnte, dass das Trio ja nach dem Tod des Schlagzeugers Neil Peart jetzt doch wieder mit einer Schlagzeugerin auf Tour sei, deren Name wiederum mir gerade entfallen sei, und Olli rief sofort: „Jennifer Rush!“

Mit Olli durfte ich vor einigen Wochen im Kufa-Haus zum Tanz auflegen, als Urlaubsvertretung für Uwe, mit dem er ansonsten diese Tanzreihe ausrichtet. Das war mir größte Ehre: Seinen ersten DJ-Auftrag hatte Olli von Hardy erhalten, zu dessen 60. Geburtstag, zusammen mit mir, und nun war dies also das zweite Mal, das wir zusammen auflegten. Hardy ist einfach immer dabei. Nur zwei Wochen später waren wir mit Rille Elf abermals im Kufa-Haus, und was mich da zusätzlich glücklich machte, war, dass meine Schwester Miriam aus Kiel und ihr Sohn Elia aus Marburg, beide jeweils mit Partnern, für ihr turnusmäßiges Treffen erstmals Braunschweig als Ort erkoren, weil sie gleich die Gelegenheit nutzten, unseren Burning Beats beizuwohnen. Zuvor hatten wir uns im Riptide getroffen, wie heute zunächst draußen in der Sonne, aber wegen zu kühl dann doch drinnen, trotz bereitgelegter pinker Decken.

Zurück zu heute: „Wir wollen nächstes Jahr das Zwanzigjährige feiern“, sagt Chris zur gegenwärtigen Spendenaktion, „das hinzubekommen, ist unser Ziel.“ Er seufzt: „Seit wir hier hergezogen sind, gab es eine globale Krise nach der anderen“, zunächst nämlich Corona, dann die Energiekrise, zudem fanden zwei Mindestlohnerhöhungen statt, „was ich gut finde“, betont Chris, was das Café aber dennoch zu bewältigen hat. Umstände überdies, mit denen derzeit so ziemlich jeder Gastronomie- oder Kulturbetrieb zu kämpfen hat, wie Chris betont. Als Gegenaktion senkte er auf der neuen Karte bei vier Produkten den Preis, so sind Longdrinks jetzt günstiger, um einen Euro. Auf Facebook und Instagram verzeichnete Chris bisher zu diesem Aufruf ausschließlich positives Feedback, was uns beide sehr freut, angesichts eines ansonsten im Internet sehr pöbelwilligen Nutzerverhaltens.

Solche Aktionen wie der Record Store Day tragen zusätzlich dazu bei, dass kleine Plattenläden wie das Riptide von Zuwendung profitieren. So war es auch am Samstag, erzählt Chris. „Wir sind RSD-Teilnehmer der ersten Stunde“, freut er sich, „es gab vor 19 Jahren den ersten, wir sind seit 19 Jahren dabei, ohne Pause.“ Er selbst habe sich „auf ein paar Platten gefreut“ und von Kunden gewusst, die ihrerseits auf einige der Sonder-Veröffentlichungen gespannt waren. Er lächelt, als er erzählt, dass er mit dem Bus zur Arbeit fuhr und bereits aus der Ferne sah, dass einige Kunden sich mit Campingklappstühlen in die Reihe vor der Tür aufgestellt hatten, und zwar „die Swifties“, denn es gab eine exklusive 7“ von Taylor Swift. Bei der letzten hatte das Riptide lediglich fünf Exemplare abbekommen, dieses Mal immerhin 15. Um 13 Uhr öffnete er das Riptide, um 13.10 Uhr waren alle Singles verkauft, was in der Schlange für ernüchterte Seufzer sorgte. Dafür freute sich ein Kunde, der mit leeren Händen aus Hannover angereist war, dass er die einzige Ausgabe einer LP von Ween im Riptide erstand.

Am selben Tag war es noch zu eine spontanen besonderen Aktion gekommen, wie Chris erzählt, nunmehr mit Augen, die noch heller strahlen als die Aprilsonne. Und zwar fanden an dem Wochenende ja die beiden Konzerte von Bosse im Schön & Frölich statt, an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, Freitag und Samstag. Axel „Aki“ Bosse hatte zuvor von Chris’ Spendenaufruf erfahren und über seinen Manager bewirkt, dass er am Samstagnachmittag eine Autogrammstunde im Riptide gab. „Das war dann die richtige Schlange“, staunt Chris immer noch, „bis zum Magnikiosk.“ Für den Auftritt am Freitag hatte Chris zwar auf der Gästeliste gestanden, war aber bereits vergeben und bekam deshalb nicht mit, dass Bosse dem Publikum von Chris’ Aktion berichtete, es dazu ermunterte, das Riptide zu unterstützen, und gleich auf seine Autogrammstunde hinwies. Chrisschluckt: „Wäre ich da gewesen, hätte ich geheult.“

Also kam Bosse am RSD ins Riptide. „Ich saß neben ihm, er hat Autogramme geschrieben“, erzählt Chris. „Zu ihm kamen Kinder, Männer, Frauen, Freunde, Weggefährten, und er hat sich für alle Zeit genommen“, schwärmt er. „Das war bewegend“, sagt er und preist Bosses Bodenständigkeit und Menschlichkeit. „Wir haben uns herzlich verabschiedet“, erzählt er, und dass Bosse sich auch noch extra die Zeit nahm, dem Team den Wunsch nach gemeinsamen Fotos zu erfüllen. „Er hat offiziell in seiner Tourstory ein Foto davon gepostet und das Riptide verlinkt“, strahlt Chris, „Wahnsinn!“ Am Abend holte erdann seinen Gästelisteneintrag im Schön & Frölich nach. „Er hat so viele richtig gute Lieder“, schwärmt er und erinnert an Bosses Anfänge, nicht nur mit der Band Hyperchild, auch solo.

Da radeln Uwe und Michael heran. Da Chris ohnehin längst seinen nächsten Termin hat, verabschieden wir uns voneinander und ich setze mich zu den beiden Radlern an den nächsten Tisch, näher am Caféeingang, „da hab ich euch besser im Blick“, scherzt Dennis. Die beiden haben nur kurz Pause und auch ich will wieder weiter, daher bestellen wir jeder einen schnellen Cappuccino. Uwe erzählt, dass er am Wochenende bei Hartmut El Kurdi und The Twang im Kufa-Haus war. Hartmut las zuerst Texte „aus dem Musikerleben“ seiner zwanzigjährigen Bandzugehörigkeit und danach spielte die Band live. Nach der Pause dazwischen wollte die Band nicht anfangen, bevor alle, die draußen standen, wieder im Saal waren, daher bat Sänger Hank Twang die bereits anwesenden Gäste, gemeinsam etwas zu singen, „dass sie glauben, sie verpassen etwas“. So sangen alle lautstark „Biene Maja“, lacht Uwe, und stellt fest, „das war ja auch die Generation ‚Biene Maja‘, überall graue Haare“. Bei Konzerten im Kufa-Haus fällt mir ein, dass die Band Traitrs, die dortkürzlich spielte, quasi mein Vormieter bei Ole in Odense war, wie jener mir erzählte. Außerdem empfehlen mir Michael und Uwe noch die Band The Originators am Samstag im Nexus, „eine gute Soulband“, so Uwe, und Michael nickt, „geht ganz gut ab“. Am Samstag hat das Riptide selbst musikalische Gäste: Die Groovelastics spielen ab 21 Uhr im Rahmen des Honyk-Tonk-Kneipenfestivals.

Ab gehe ich jetzt aber auch, Michael und Uwe haben bereits bezahlt und beenden ihre Pause, ich kehre noch zu Dennis an die Theke zurück und nehme auch gleich den „Savage Imperial Death March“ von (the) Melvins und Napalm Death mit, denChris mir noch schnell an die Seite stellte. Einen neuen Nachbarn des Riptide besuche ich auf dem Heimweg: Jenny Nails & Beauty in der Karrenführerstraße 1 ist im Magniviertel noch neuer als das Riptide selbst, es eröffnete nämlich erst vor sechs Monaten, wie mit Mitarbeiter Van Tien verrät. Er und die namensgebende Inhaberin versorgen zuvorderst Kundinnen damit, dass sie deren Nägel bearbeiten, und zwar die an Händen und Füßen. Drei Arbeitsplätze stehen in dem schmalen Laden bereit, mit technischen Geräten, die mir fremd sind, starken Lampen sowie allerlei Tiegeln und Tinkturen. Im Regal dahinter reihen sich die Nagellackfarben nach Art des Regenbogens auf. Jenny und Van Tien, beide aus Vietnam,sind bestens gelaunt und antworten im Wechsel, er selbst ist erst „ein paar Monate in Braunschweig“, hat immer gearbeitet und findet, „die Stadt ist sehr schön“. Das Riptide kennt er zwar, „aber ich war noch nicht da“. Die Handy-Übersetzung unterstützt unsereUnterhaltung, wir haben herzliche Freude miteinander, doch ich muss unseren Austausch bald beenden und weiterziehen. Denn ich habe Andrea versprochen, Falafelrollen von Tayba mitzubringen, dem Imbiss, der nach einem Brand jüngst wieder eröffnete. Auf dem Weg treffe ich Stefan, der seinerseits nach Essbarem Ausschau hält, aber nicht Falafel im Auge hat, deshalb trennen sich unsere Wege wieder. Für zwei Tage nur, übermorgen sehen wir uns ja wieder im Riptide, mit den anderen MokkaBären. Und das ist kein Märchen!

www.krautnick.de
Fakebook
www.rille-elf.de

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