#145 Lecker Einhorncurry

Dienstag, 15. Oktober 2019

Dies dürfte der letzte Sommertag des Jahres sein, steht zu mutmaßen. Kein Wunder, dass das Achteck im Handelsweg noch einmal so richtig proppevoll ist, und nicht nur das, überall im Café und in der Rip-Lounge sowie vorm Tante Puttchen und vor der Strohpinte sitzen Menschen in kurzärmeliger Bekleidung und laben sich an Leckereien fester und flüssiger Art. Schepper trinkt eine Fritz-Kola ohne Zucker, Chris bringt mir meinen Milchkaffee: „Weil heute Dienstag ist“, sagt er. Und setzt nach: „Übrigens der letzte diese Woche.“

Das deprimiert uns Sonnenkinder ein bisschen und Schepper sinniert über nichtwiederbringbare besondere Momente, aber da genau dieser für uns ebenfalls ein besonderer Moment ist, der belegbar auf unzählige besondere Momente folgte, sei dies als weiterer Beleg dafür aufgefasst, dass es auch künftig wieder besondere Momente geben wird. Schepper ist überzeugt und betont, dass man für diese auch selbst etwas tun müsse. Oder aufgeschlossen sein und erkennen, was überhaupt ein besonderer Moment ist, das kann ja auch im Kleinen liegen, im vielleicht ansonsten Unbeachteten.

Am Wochenende etwa waren Andrea und ich in Leipzig, in Plagwitz, „Unplugwitz“, wie Schepper vorschlägt, und da erblickten wir ein kryptisches Graffito, das besagte: „Du bist mehr als eine Gurke“, und wie es sich gehört, ist Unsinn nur mit Unsinn zu kontern, und also schrieb jemand darunter: „2 Gurken“. Eine Kleinigkeit am Wegesrand, die uns nachhaltig erheiterte. Google indes verriet mir nachträglich, dass es sich bei dem ersten Satz womöglich um eine Art Liebeserklärung handeln könnte: Es gibt scheinlustige Webseiten, auf denen Frauen darüber diskutieren, warum Salatgurken besser sind als Männer. Das macht den Zusatz zwar auf andere Weise obskur, kann man aber gepflegt ignorieren und sich einfach am Nonsens erfreuen.

Überhaupt war es schön, endlich mal wieder in einer größeren Stadt gewesen zu sein, die das Alternative in einem (und im Falle von Leipzig sogar mehreren) Vierteln bündelt – nicht nur wie Braunschweig in nur einer Straße, dem Handelsweg, und ansonsten insulär über die Stadt verstreut. In Plagwitz entdeckten wir Miniclubs (in einem davon, dem Clubraum Plagwitz, sah ich vor einigen Jahren Solbrud live – ich hätte nie gedacht, dass ich den versteckten Laden nochmal wiedersehen würde), ein selbstverständliches veganes Speisenangebot, bunte Bevölkerung, Sticker, Tags, Plakate, spontane Menschenansammlungen rund um Technobeats oder Punkrockbeschallung, herumliegende Skateboards von Nutzern, die nur mal eben zum Sternikauf von ihnen abgestiegen waren, viele Kinder, lustige Shirts, etwa mit einem Foto der Kinderband Hansons und dem Schriftzug „Nirvana“ darunter darauf, dafür aber merkwürdigerweise keine Plattenläden.

Und Plagwitz empfanden wir als noch nicht so tourifiziert wie die trotzdem reizvolle Schanze in Hamburg, die wir in der Woche davor genossen und uns über den unverklemmten Umgang freuten: Von der gleichalten Verkäuferin im veganen Bekleidungsgeschäft mit „Na, ihr beiden“ angesprochen zu werden, erfrischt die Seele. Ist schon schön, wenn es aufgrund größerer Masse für das Alternative in einer Stadt eine Mindestbesucherzahl einfach gibt: Es fühlt sich so an, als müsste man nur die Tür öffnen und hätte bereits ausreichend Zulauf. Dafür ist Braunschweig nun mal viel zu klein.

Aber es tut sich etwas in Braunschweig. Aus dem früheren Cinemaxx und zwischenzeitlichen C1 ist das Astor geworden, ein Luxuskino, das mit breiteren Sitzen auf zurückgehende Zuschauerzahlen reagiert, damit die Säle bei der derzeitigen Belegung nicht mehr so leer wirken. Außerdem ist Event ein Lockmittel, und also bietet das Astor jetzt mehr an als nur Kino; herauszufinden, worum es sich bei diesem Angebot genau handelt, ist ein nächstes Ziel, und ansprechende Filme gibt es derzeit ja wieder, der Sommer ist schließlich vorbei. Morgen.

Außerdem gibt es jetzt das WestAnd und das Kufa-Haus, beides unter einem Dach, was die Braunschweiger wiederum sehr verwirrt. Untergebracht sind diese Einrichtungen dort, wo einst die Fire-Abend-Halle stand, also hinterm Jolly Joker links unter der Graffiti-Brücke durch, neben Coney-Eisland, vor der Bäckerei Tutscheck. Die Zweiteilung hat gute Gründe: Das WestAnd ist eine Privatinitative, die einen Veranstaltungssaal für 800 Personen anbietet, den Undercover und Paulis bereits nutzen. Die Crossover-Skandinavier Clawfinger gaben dort das erste Konzert, und die Hütte war nicht nur ausverkauft, sondern bestand die Bewährungsprobe mit Bravour. Und überhaupt, die Meute hüpfte, als wäre es noch 1993. Das Kufa-Haus wiederum nimmt den vorderen Bereich des Gebäudes ein und erfüllt den Tatbestand des soziokulturellen Zentrums, wird partiell mit kommunalen Mitteln gefördert und bietet neben einem Veranstaltungssaal für 300 Personen auch eine Cafeteria sowie diverse Workshop- und Arbeitsräume an. Zusammen ergibt das Konstrukt also die Nachfolge dessen, was 2002 mit dem FBZ im Bürgerpark ein unnötiges Aus fand; schwierig ist es lediglich, die Doppelbenennung in der Bevölkerung plausibel zu machen. Werbung etwa könnte da helfen. Wichtiger aber ist das Programm und dass die beiden Läden überhaupt existieren. Braunschweig findet sich nun nach Jahren der Abwesenheit endlich auch auf internationalen Tourplänen wieder.

Und dann gibt es demnächst ja auch in direkter Nachbarschaft des Riptides eine Veränderung: Das frühere Café Drei hat einen neuen Verwendungszweck. Das las ich im Internet und spreche Stecky gleich mal drauf an, denn der neue Wirt des Tante Puttchen ist es, der die Räume gegenüber mit neuem Leben füllen will. „Nächsten Monat“, sagt er an der Theke des Tante Puttchen und zapft Wolters für die Gäste. „Das wollen wir einfach als Überlauf nehmen, falls hier zu viel los ist, es aber hauptsächlich vermieten.“ Für private Feiern etwa stünde „es“ dann zur Verfügung. Einen Namen hat der Raum auch schon: Onkel Puttchen.

Der Name Tante Puttchen geht auf eine frühere Besitzerin zurück, die dort Eis verkaufte. „Nach dem Krieg“, erzählt Stecky, sei der Raum gegenüber bereits als Erweiterung des Tante Puttchen geöffnet worden – „für einen Tag“. Es gab offenbar keine Genehmigung, deshalb musste der Teil nach so kurzer Zeit wieder geschlossen werden, aber Stecky grinst: „Jetzt, nach 60 Jahren, ist es wieder zurückgekommen.“ Er zuckt mit den Schultern: „Wir versuchen’s einfach.“ Zum Beispiel mit einer monatlichen Musikreihe, selbstredend in Absprache mit dem Riptide, um Überschneidungen zu vermeiden, „so mit Straßenmusikern“, sagt er. Gast Charles lacht: „Ob er will, oder nicht“, und deutet pantomimisch an, wie er einen beliebigen Sänger aus der Fußgängerzone in den Handelsweg schleppt.

Einiges, was in der Zeit nach dem „Krieg“ so gegenüber existierte, weiß Stammgast Charles aus eigenem Erleben: „Der Red Pub, der hatte in den Achtzigern seine erfolgreichste Phase, bevor es Red Devil wurde.“ Und Charles kennt sich aus in Braunschweig: „Ich trinke hier mit wenigen Unterbrechungen seit 1985“, betont er mit leichtem englischen Akzent und deutet auf die Theke. Gelegentlich war er weggezogen, erläutert er. In den Achtzigern war Achims Tante Puttchen für ihn eine Alternative zum bis heute populären Magniviertel: „Das ist, wo wir damals hingingen für ein ruhiges Bier, für ein Rede-mit-den-Einheimischen-Bier“, sagt Charles. Der englische Akzent lässt Mutmaßungen zu, woher Charles eigentlich kommt, und auf die Idee eines anderen Gastes, es seien die USA, reagiert er im englischen Ladstyle: aufbrausend. „Es gibt kein richtiges Woher“, sagt er dann. „Ich wurde in einer Militärkaserne geboren.“ Bis er volljährig wurde, war er mehr als ein Dutzendmal umgezogen. Und jetzt lebt er im Tante Puttchen.

Schepper und ich leben eben nebenan im Riptide. André bringt uns neue Getränke in die Lounge, von der aus wir das allerspätestsommerliche Geschehen draußen verfolgen. „Ihr guckt Fernsehen“, nennt André es ganz richtig. Neben uns hängt der Tat-O-Mat, der Kunstautomat der Designgruppe Tatendrang, und Schepper ergänzt den Namen im Sinne um zwei Buchstaben zum „Tattoomat“: Arm hineinhalten und Geld einwerfen. „‘Lassen Sie sich überraschen‘“, liest er vom Aufdruck einer Schublade des Automaten ab, schüttelt seinen Arm, macht Tätowiergeräusche, guckt auf den Arm, sagt mit enttäuschtem Tonfall: „Oh, ein Anker!“, setzt nach mit „Mutti!“, dann mit „Trump“ und richtet den Arm schnell wieder auf den Automaten: „Letztes Fach, acht Euro: Entfernung, dreimal anzuwenden.“

So etwas wie das Riptide wäre in Italien gar nicht möglich, erfuhr ich kürzlich in meinem Urlaub: Davide erzählte mir das, und er hat einen Plattenladen mit Label in Savona, beides Vincebus Eruptum genannt, nach dem Debüt von Blue Cheer, was auch gleich eine Aussage über das Programm von beiden Einrichtungen macht, nämlich psychedelische Rockmusik. Plattenladen, Café, Bühne und Galerie unter einem Dach: In Italien bräuchte man allein für Café und Plattenladen schon je eine Konzession und je einen Betreiber, deshalb seien solche für ihn höchst attraktiven Einrichtungen dort auch so selten. Wehmütig hörte er sich meine Berichte an. Überhaupt, in Italien sei die Szene so klein, dass sich selbst der winzige Plattenladen für ihn kaum lohne. Deshalb öffnet er den auch nur samstags als Hobby neben seinem Hauptjob. Und der ist nicht das Label, obwohl er auf dem grandiose Musik veröffentlicht, auf Vinyl. Sein neuester Streich ist das Solowerk von Gary Lee Conner, dem früheren Gitarristen der Screaming Trees: „Unicorn Curry“ erschien jüngst auf VE Recordings. Auch neu im Programm hat Davide das dritte Album der Psychedelicrocker aus Bari mit dem unschönen Namen Anuseye, „3:33 333“, das ich mir gleich mal einpacken ließ, zusätzlich zum Splitalbum von The Linus Pauling Quartet und Colt38, einem Projekt von Claudio Colaianni, das der 2002 zwischen seiner alten Band That’s All Folks! und Anuseye betrieb.

Davide hatte ich vor vier Jahren kennengelernt, als ich in Savona Urlaub gemacht hatte und zufällig in seinen Laden gestolpert war. Dieses Mal war ich einige Kilometer weiter die Küste entlang untergekommen, in Loano, das landschaftlich und architektonisch etwas weniger spektakulär ist, aber sehr herzliche Bewohner hat. Drumherum fand ich es etwas spektakulärer. Bei den Bahnpreisen dort lohnt es sich, für Erkundungsausflüge in Ligurien das Auto stehen zu lassen; Verspätungen indes muss man gelegentlich in Kauf nehmen, wie in Deutschland nun mal auch.

Mein eigenes Lied dazu klingt so: Vor drei Jahren schon nahm ich von Sanremo aus an einer Whalewatching-Tour aufs Mittelmeer teil, die aber in dem Sinne erfolglos war, dass wir in vier Stunden keine Wale erblickten. Also wollte ich das dieses Mal nachholen und buchte telefonisch einen Platz vom nächstgelegenen Abfahrthafen aus, und das war Andora. Den ersten Termin sagte das Unternehmen jedoch am Vortag wegen schlechten Wetters ab, und also buchte ich einen neuen für meinen letzten kompletten Urlaubstag vor Ort, Abfahrt um erreichbare 12 Uhr.

Nun hält aber nicht jeder Zug auch in Savona. Also musste ich den um 9.28 Uhr ab Loano nehmen. Am Bahnhof funktionierte der Ticketautomat für genau diesen Zug allerdings nicht. Zum Glück war der Schalter besetzt und ich erhielt eben auf diesem Wege meine Fahrkarte. Am Gleis hörte ich beim Warten die Durchsage, dass genau dieser Zug 30 Minuten Verspätung habe. Kein Problem, das reichte immer noch aus, um um 12 Uhr am Schiff zu sein. Nach nur 20 Minuten schon traf der Zug ein und ich nahm erfreut Platz. Bis ich irgendwo im nächsten Tunnel die Durchsage mit der Entschuldigung dafür hörte, dass dieser Zug bereits 54 Minuten Verspätung habe. Moment: Das würde ja bedeuten, dass es sich dabei um den Zug vor meinem handelte, der also gar nicht in Andora anhielt – und schon sah ich durchs Fenster die Bahnsteigschilder meines Zielortes an mir vorbeifliegen.

Super. Der nächste Halt war Diano. Von dort aus erfolgte die nächste Fahrt nach Andora erst um 11.35 Uhr, also viel zu spät, um noch rechtzeitig am Hafen zu sein. Am Bahnhof standen keinerlei Busse herum, nur ein Taxifahrer war zu sehen. Der erzählte mir, dass mich eine Fahrt mit ihm nach Andora etwa 22 bis 25 Euro kosten würde. Das hätte mir aber die Whalewatching-Tour erheblich verteuert, also schlug er mir den Bus vor und beschrieb mir den Weg zur Haltestelle: immer geradeaus bis zum Hotel, dann rechts bis zur Kirche und dann auf der linken Seite. Klang einfach. „Ungefähr zwei Kilometer“, schob er nach. Ach du … Und es war bereits kurz nach halb elf. Also losgeatzt. Zwei Kilometer können sich ganz schön ziehen, wenn es mediterran warm ist und man es eilig hat. Ich stolperte in Richtung Ortsmitte und ohrfeigte mich innerlich dafür, das Taxi nicht wenigstens für diese Strecke genommen zu haben, als es mich auch schon überholte. Wertvolle Zeit verstrich. Da, das Hotel, also die Hauptstraße entlang am Hafen vorbei und auf die Kirche zu. Keine Haltestelle zu sehen. Einige Meter weiter entdeckte ich sie dann. Zwei Leute warteten schon. Der Fahrplan verriet mir, dass der nächste Bus bereits drei Minuten später eintreffen sollte. Schön – bis auf den Umstand, dass man in Italien seine Fahrkarten beim Tabakhändler zu kaufen hat, jedoch keiner in Sichtweite war. Der Bus danach wäre wiederum zu spät dafür gewesen, das Schiff noch zu erreichen.

Also dumm tun und dem Fahrer erst sagen, dass man kein Ticket hat, wenn er schon die Türen geschlossen hat und losgefahren ist. Aber gottlob gab er mir ohne Komplikationen einen Fahrschein aus seiner Tasche. Der Preis dafür indes war höher als erwartet – und reduzierte meine Bargeldmenge dergestalt, dass ich für das Whalewatching, das nämlich zwingend bar zu bezahlen war, genau 60 Cent zu wenig, in Andora also noch eiligst einen Geldautomaten zu finden hatte. Großartig.

Der Bus schaukelte die malerische Küste entlang und ich verspürte beinahe so etwas wie Entspannung. Es war erst kurz nach elf Uhr, also noch Zeit genug. Endstation war genau der Hafen. In einer Infostelle erfuhr ich, dass der Ableger an der entlegensten Mole gelegen war, der nächste Bankautomat hingegen etwa einen halben Kilometer in der entgegengesetzten Richtung. Okay. Die schlug ich ein und rief beim Whalewatching-Anbieter an, um wenigstens mitzuteilen, dass ich quasi vor Ort war und wegen fehlender 60 Cent noch zur Bank musste. „Es ist erst 20 nach elf“, sagte die Frau, „Sie sind ja noch pünktlich, und wenn Sie keine Bank finden, werden uns die 60 Cent auch egal sein.“ Zudem wollte sie den Kapitän informieren, mit der Abfahrt auf mich bis zu fünf Minuten zu warten. Sehr gut.

Es dauerte, bis ich in Andora eine Bank fand. Ich hob Geld ab und eilte zurück zum Hafen. So hatte ich mir meinen letzten kompletten Tag nicht vorgestellt: Eigentlich wollte ich die Wartezeit mit Kaffee und Buch überbrücken, nicht mit Hetze. Aber nun sah ich das Schiff ja bereits. Vom falschen Anleger aus allerdings, das war in dem Segelmastgetümmel nicht so leicht zu erkennen. Schnell umgedreht und schnellen Schrittes die richtige Mole angesteuert – und wortwörtlich um fünf vor zwölf angekommen. Kaum hatte ich meinen Sitzplatz an Deck eingenommen, legte das Schiff auch schon ab.

Um nur 30 Minuten später wieder umzukehren, weil sich das Wetter verschlechterte, das Geld bekämen wir selbstverständlich zurück.

Na, wenigstens war ich überhaupt mal für eine Weile auf dem Meer. Den Rest des Tages verbrachte ich immerhin am Meer, das sich in Andora stürmisch an den Sandstrand stürzte. Und weil der Tag schon so merkwürdig war, dachte er sich für die Rückfahrt auch noch einen Gag aus: Der Bahnhof war etwas abgelegen und ich steuerte ihn mit einem Eis auf der Faust an. Ich schlenderte also den weiten, aber ausgeschilderten Weg entlang, wunderte mich dann aber, dass mir Google bald anzeigte, ich wäre längst am Bahnhof vorbeigelaufen. Gottlob hatte ich den Weg wegen meiner Ortsunkundigkeit viel zu früh begonnen, also warf mich das nicht , haha, aus der Bahn und ich kehrte eben um und schlug den anderen Weg ein. Das Bahnhofsgebäude, das ich Dank Google auch fand, war allerdings verschlossen, die dahinter erkennbaren Schienen waren überwachsen. Ein Rätsel. Die italienische Wikipedia nun ließ mich wissen, dass die Station vor drei, vier Jahren aufgegeben und verlegt wurde. Zum Glück sind bei Wikipedia die Koordinaten hinterlegt, so fand ich dann mit Googles Hilfe die korrekte Adresse, die mir Google selbst nicht ausgab. Und die war nochmal eine halbe Stunde zu Fuß entfernt gelegen.

Immerhin erreichte ich tatsächlich den Zug und erhielt auch ein Ticket am Automaten. Ein schöner letzter Tag. Ja, war es auch, trotz allem, am Meer ist es einfach immer schön, und ich krönte ihn in der Altstadt von Loano mit gegrillten Thunfischsteaks, die in einer Pistazien-Sesam-Tunke mariniert waren. So geht das.

Schepper und ich gehen jetzt auch, erstmal natürlich bei Chris und André bezahlen. Vor der Theke entdecke ich neue Kisten mit Schallplatten. In einer befinden sich hauptsächlich historische Werke aus Schlager und Klassik, und das Riptide schlägt per Schild vor: „Vielleicht anstatt einer Geburtstagskarte?“ Von ganz anderem Kaliber sind die Platten daneben, die haufenweise Neunziger-Indie beinhalten – von dem ich den größten Teil absolut gar nicht kenne. Schlimm! Das ist das Schöne, dass man immer etwas dazulernen kann. Und das Riptide ist ein geeigneter Ort dafür. Nächstes Mal nehme ich mehr Zeit mit und dann vielleicht auch einige Platten aus dieser Kiste mit!

Matthias Bosenick
www.krautnick.de
Fakebook

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